Jan Steffens neuer Bezirksjugendleiter
Präsident Hartwig Kruse hatte die
Schützenvereine und- Gilden zum Bezirksschützentag 2011 in
Mulsum eingeladen. Im vollbesetzten Saal der Gaststätte Deutsches
Haus konnte er neben den Delegierten aus 58 Vereinen
zahlreiche Ehrengäste, sowie Vertreter der regionalen Presse
begrüßen. Der Schützenverein Mulsum hatte sich anlässlich des
100 jährigen Jubiläums um die Ausrichtung des
Bezirksschützentages beworben. Nach bewährter Tradition reichte
der Bürgermeister der Gemeinde Himmelpforten Lothar Wille die
Bezirksstandarte, die von insgesamt 360 kg Fahnenträger
präsentiert wurde, an den stellvertretenden Bürgermeister der
Gemeinde Kutenholz Nils Wölpern weiter. Die Standarte
wird nun bis zum nächsten Bezirksschützentag im Rathaus
der Samtgemeinde Fredenbeck verbleiben und dort einen würdigen
Platz bekommen. Die beiden Bürgermeister nahmen die Übergabe
zum Anlass den Vereinen für ihr sportliches und soziales
Engagement, insbesondere für die Einbindung der Jugend, zu
danken. Sie ermunterten die Schützen ehrenamtliche Aufgaben
zu übernehmen bzw. sich diesen weiterhin zu stellen. Ohne
freiwilligen Einsatz läuft im Verein oder im Verband
nichts! Sie beendeten Ihre Ausführungen mit einem
Dankeschön in Richtung Präsidium und Vereinsfunktionäre und
den besten Wünschen für das bevorstehende Schützenjahr.
Nach den Grußworten vom Urgestein (41 Jahre
Präsident des Mulsumer Schützenvereins) Uwe Nehls wurden sechs
neue Vereinspräsidenten bzw -Vorsitzende vorgestellt: Elvira
Reuels vom SV Dornbusch, Jörg Elfers vom SV Brobergen, Karsten
Wassermann vom SV Großenwörden, Bernd Schütt vom SV Hüll,
Marco Elfers vom Wischhafener SV und Thomas Meyer vom SV
Sauensiek. Letzterer hat sein Amt schon im Jahr 2009 angetreten.
Sie allen freuten sich mehr oder weniger über den obligatorischen
Dauerbrenner, das von Kruse signierte Buch: Brauchtum
und Schießsport.
In seinem Jahresbericht kritisierte
Präsident Hartwig Kruse noch einmal große Teile der Politik und
der Presse, die auf Grund oberflächlicher Recherche oder
bewusster Falschmeldungen, dem Schützenwesen Schaden zufügten.
In diesem Zusammenhang rief Kruse die Schützen dazu auf sich
ihrer Rolle als Wähler bewusst zu werden. Mit Meinungsarbeit in
einer dreiköpfigen Familie kämen in unserem Landkreis
etwa 50.000 Wählerstimmen zum Tragen. Der Nordwestdeutsche
Schützenbund (NWDSB) hat mittlerweile die Geschäftsstelle im
neuen Landesleistungszentrum (LLZ) bezogen. Alle Hoffnungen auf
öffentliche Zuschüsse, einschließlich derer des
Landessportbundes mussten begraben werden. Viele große
Worte sind durch keinerlei Taten umgesetzt worden: so
Kruse. Drei Kutenholzer Schützen haben sich bereit erklärt eine
Woche lang bei den anfallenden Arbeiten im LLZ zu helfen. Er
wünscht sich mehr Helfer und nicht nur aus den Bezirken Hoya und
Stade. Er bedauerte, dass aus dem Gesamtpräsidium des NWDSB und
von einigen Kreispräsidenten aus anderen Bezirken Querschüsse
erfolgen. Diese behinderten den Ausbau des LLZ bei den
Bemühungen um Kredite oder bei der Befürwortung von Anträgen
auf Zuschuss durch die Politik. Im Bezirk Stade wurde zum ersten
Mal eine Meisterschaft in Lichtpunktschiessen durchgeführt. Die
Veranstaltung fand nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei
deren Eltern großen Zuspruch. Kruse berichtete über den hohen
Anteil weiblicher Mitglieder in manchen Vereinen. Spitzenreiter
sind die Vereine Kameradschaft Stade-Barge mit 60% und die
Schützenvereine Burweg und Gräpel mit jeweils 47% weiblicher
Anteil am gesamten Mitgliederbestand. Der Anteil von Jugendlichen
unter 21 Jahren ist in mehreren Vereinen erfreulich hoch. Hier
sind vor allem der SV Kakerbeck mit 27% und der SV Blumenthal mit
22% zu nennen.
Die Jahresberichte des Präsidiums und der
Referenten lagen in schriftlicher Form vor. Zu diesen Berichten
wurden aus der Versammlung keine Fragen gestellt. Der
Kassenbericht des Schatzmeisters Ernst Peter Studer wies einen
weiteren Verlust, diesmal in Höhe von Euro 6617 aus. Da im
letzten Jahr eine Beitragserhöhung von Euro 0,50 pro Mitglied
beschlossen wurde, gab er optimistisch zur Kenntnis, dass im
kommenden Jahr die Serie der roten Zahlen ein Ende haben würde.
Das negative Ergebnis bereitete der Versammlung anscheinend keine
Probleme, denn nach der Stellungnahme der Kassenprüfer,
die eine ordentliche Kassenführung bestätigten, wurde dem
Präsidium einstimmig Entlastung erteilt.
Änderungen in der Satzung die vorrangig aus
steuerlichen Gesichtspunkten notwendig waren, wurden von der
Bezirksreferentin Vera Zimmerman gemeinverständlich vermittelt
und dann von der Versammlung mit einer Gegenstimme beschlossen.
Der Bundestagsabgeordnete der FDP Herr
Serkan Tören verwies in seinen Grußworten auf die klare
Position seiner Partei, die sich im Koalitionsvertrag gegen jede
weitere Verschärfung des Waffengesetzes wehre. Sein Angebot auf
Hilfestellung in Sachen Waffenrecht erntete bei den Schützen
regen Beifall.
Die Landtagsabgeordneten Petra Tiemann (SPD)
und Kai Seefried (CDU) betonten ihre Verbundenheit mit dem
Schützenwesen. Beide zeigten sich besorgt über die schwindende
Bereitschaft ein Ehrenamt zu übernehmen und riefen dazu auf
diesen negativen Trend zu brechen.
Der stellvertretende Landrat Hans-Jürgen
Detje überbrachte die Grüße vom Landrat und vom Kreistag. Aus
seiner Erfahrung als Führungsperson bei der Polizei wollte er
hervorheben, dass die Aufbewahrung von Waffen im Stader Bezirk
vollkommen im Einklang mit den geltenden Vorschriften geschieht.
Er lobte den Bezirksreferent für Waffensachkunde Erwin Schütz
für seine erstklassigen Lehrgänge, die er stets mit
Herzblut durchführt.
Der Bürgermeister der Samtgemeinde
Fredenbeck Friedhelm Helck machte auf die Verbundenheit mit den
Schützen seitens der Gemeinde aufmerksam, insbesondere durch die
Unterstützung der Samtgemeindekönige und die traditionell
großzügige Bewirtung der Anwesenden nach der Proklamation vor
dem Rathaus.
Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse
Stade Ralf Achim Rotsch klärte in einer überaus launigen Art
und Weise über das neue soziale Netzwerk.Facebook
auf. Dort trifft man Bekannte aus der Schulzeit und sogar der HSV
oder Werder Bremen können über dieses Medium zum Freund werden.
Mit Facebook floriert die Jugendarbeit, die Jungschützen kommen
pünktlich und bringen Freunde mit. Man muss manchmal neue
Wege beschreiten um die Tradition zu erhalten. betont
Rotsch. Allerdings ist für ihn ein gut funktionierender
Schützenverein das bessere soziale Netzwerk. Im Vorstand der
Kreissparkasse wurde vor sechs Jahren die Idee geboren
Schützenschwestern, die sich besonders engagiert haben, mit
einer speziellen Auszeichnung zu würdigen. Dafür hatte man eine
Brosche anfertigen lassen. Es war Herrn Rotsch eine Freude die
siebte Brosche Schützenschwester Anneliese Wichern für ihr
Jahrzehnte langes Bemühen zum Wohle des Schießsports
anzustecken. Dazu gab Präsident Kruse in seiner Laudatio
Einblicke in Annelieses besonderen Werdegang.
Anschließend wurde ein weiterer neuer
Vereinspräsident vorgestellt. Es handelte sich um Ingo Oest vom
SV Neuenlandermoor. Da das geliebte Buch nicht mehr greifbar war,
erhielt er ein Glas mit dem Emblem des Bezirks.
Bevor die Wahl mehrerer
Gesamtpräsidiumsmitglieder in Angriff genommen wurde, erhielt
der Bezirkspressereferent Otto Zimmerman, einen
Erinnerungsteller. Der Bezirksjugendleiter Bernd Kusztal, der
sich ebenfalls nicht wieder zur Wahl stellte, wurde schon
während des Bezirksjugendtages geehrt. Zur Wahl standen: der
Vizepräsident Uwe Nehls, der Schatzmeister Ernst-Peter Studer,
der stellvertretende Sportleiter Manfred Kahl, die
stellvertretende Damenleiterin Adda Radke und der
stellvertretende Jugendleiter Stefan Bösch. Sie alle wurden
einstimmig wieder gewählt. Nachfolger für Bernd Kusztal und
neuer Bezirksjugendleiter wurde Jan Steffens, der neben seinem
anspruchsvollen Amt als Präsident des größten Vereins im
Bezirk, nun eine weitere Verantwortungsvolle Aufgabe übernahm.
Stephanie Schwarz wurde als Nachfolgerin von Jan Steffens
vorgeschlagen. Sie wurde einstimmig zur neuen stellvertretenden
Bezirksjugendleiterin gewählt. Es wurde schon seit längerem
intensiv nach einem neuen Bezirkspressereferenten gesucht, leider
ohne Erfolg. Auch während der Sitzung gab es keine Vorschläge.
Die Position bleibt vorerst offen und man wird sich weiter um
einen geeigneten Kandidaten bemühen. Der Referent für Pistole
Johann Scharf, die Referentin für Versicherungen Vera
Zimmermann, der Referent für Waffensachkunde Erwin Schütz, die
Referenten für Sport und Jugend Peter Nowak und Stefan Meyer
stellten sich wieder zur Verfügung und wurden einstimmig in
ihren Ämtern bestätigt. Von der Versammlung ebenfalls
bestätigt wurde der neue Bogenreferent Frank Schneider und die
neue Referentin für Sport und Jugend Katharina Tiemann.
Abschließend wurde Werner Hölting vom SuSV Heinbockel zum
Kassenprüfer gewählt.
Im weiteren Programm wurden verdiente
Mitglieder und erfolgreiche Sportler der Deutschen
Meisterschaften 2010 geehrt. Die höchste Auszeichnung, die am
diesen Tag verliehen wurde, war das Ehrenkreuz in Bronze
des DSB. Der stolze Empfänger war Uwe Köpke für seine
jahrelange Tätigkeit als erster Vorsitzender der SGi
Estebrügge. Das Ehrenkreuz in Silber des NWDSB erhielten
Hildegard Kaufeld, stellvertretende Bezirkssportleiterin, Walter
Olgemüller, erster Vorsitzender des SV Altkloster und Erwin
Schütz, Bezirksreferent für Waffensachkunde. Das Ehrenkreuz in
Bronze des NWDSB wurde verliehen an Gerhard Dinter, erster
Vorsitzender des ESV Rasensport Stade,Hans-Dieter Helling, erster
Vorsitzender des SV Blumenthal, Otto Klemp, Kassenwart des SV
Assel, Arthur Schreiber, Präsident des SV Wiepenkathen und
Heinz-Wilhelm Tecklenburg, der Baljer SchGes. Mit der Großen
Ehrennadel des Bezirksschützenverbandes Stade wurden
geehrt: Karin Pahle, Präsidentin des SV Düdenbüttel, Klaus von
Bargen, im Vorstand des SV Hamelwördenermoor, Kay-Louis
Ellerbrock, erster Vorsitzender des SV Ladekop, Heinz Hauschild,
Kassenführer des SV Kutenholz und Bernd Tietje, erster
Vorsitzender des SVEichel Wolfsbruch und Vorsitzender
der Kehdinger Kreisvereinigung. Die Goldene Ehrennadel des DSB
wurden verliehen an Irene Stelling, erste Vorsitzende des SV
Brest, Johann Scharf, Bezirksreferent für Pistole und Holger
Schlichting, Präsident des SV Dollern. Den Ehrenbrief des NWDSB
erhielten: Ursula Bock, im Vorstand des SV Brobergen, Gerda
Schomacker, ehemalige Vereinsdamenleiterin des SV Kutenholz,
Werner Hölting, Kassenwart des SuSV Heinbockel, Edgar Klähn,
Mitglied im Vereinsvorstand des Stader SV und Franz Neumann,
jahrelang aktiv im SV Hammah. Die Goldene Verdienstnadel des
NWDSB wurden überreicht an: Werner Böhling, Präsident des SV
Fredenbeck, Rolf Thom, im Vorstand des SV Bützfleth, Rainer
Warncke, Trainer B des NWDSB und Otto Zimmerman, ex
Bezirkspressereferent. Mit der Goldenen Ehrennadel mit Lorbeer
des Bezirksschützenverbandes Stade wurden geehrt: Gernot
Christoph, erster Vorsitzender der Kameradschaft Stade-Barge,
Volker Garrn, erster Vorsitzender des SV Jork-Borstel, Dirk
Holthusen, erster Vorsitzender des SV Burweg und Dieter Köhler,
Präsident des SV Bützfleth.
Hans-Jürgen Detje vom SV Horneburg wurde
für die hervorragende Beratung bezüglich der Waffenaufbewahrung
in Schießständen die Goldene Ehrennadel des
Bezirksschützenverbandes Stade verliehen.
Waltraud Garbers vom SV Altkloster erhielt
für ihren zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in
KK-Auflage einen Ehrenteller. Einen Zinnbecher für Platzierungen
unter den ersten Acht bei den Deutschen Meisterschaften
erhielten: Vera Schönfeld und Johanna Steinecker vom SV Ladekop,
Helmuth Witt vom SV Burweg und Renate Zimmerman vom SV Kutenholz.
Der Pokal für die beste
Mitgliederentwicklung ging an den SuSV Heinbockel mit 31 neuen
Mitgliedern. Der SV Fredenbeck wird im kommenden Jahr Gastgeber
des Bezirksschützentages sein. Der Präsident Werner Böhling
hieß die Anwesenden schon jetzt herzlich willkommen.